Luise landet im Lexikon

Die Überschrift klingt vielleicht etwas frivol dafür, dass es sich um ein Lexikon handelt, das im renommierten Böhlau Verlag erschienen ist, doch sei’s drum.
Ich stöbere gerne in Lexika – je älter, desto besser –, und habe mich auch deshalb sehr gefreut, dass ich für dieses Lexikon einen Beitrag über die Schriftstellerin Luise Reinhardt schreiben durfte.

Frauen in Sachsen-Anhalt. 2

Frauen in Sachsen-Anhalt 2. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945. Hrsg. von Eva Labouvie. Böhlau Verlag, 2018. 528 Seiten. 97 s/w-Abb. und 20 Farbtafeln. ISBN 978-3-412-51145-6. E-Book 978-3-412-51420-4

Herausgeberin Eva Labouvie, Professorin für Geschichte der Neuzeit und Geschlechterforschung am Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, war auf meinen Blog-Beitrag über Luise Reinhardt (1807-1878) gestoßen.

Unter dem Pseudonym Ernst Fritze war die in Magdeburg geborene Luise Reinhardt eine höchst erfolgreiche Autorin, auch von Kriminalliteratur, und als solche im deutschsprachigen Raum eine Pionierin auf diesem Gebiet.

Zwar schrieb ich noch an meiner in England spielenden Romanreihe, als mich die Anfrage erreichte, doch munter sagte ich Professorin Labouvie zu, den Artikel zu verfassen – nicht ahnend, wie viele durcharbeitete Nächte mir bevorstanden.

Einmal ging es hier ja um Luise Reinhardts gesamtes schriftstellerischen Schaffen, zum anderen waren seit meinen ursprünglichen Recherchen in Bibliotheken und im Internet, unglaublich viele Quellen digitalisiert worden, die ich alle durchforsten und gegebenenfalls einarbeiten musste. Letzteres nach einem bis ins Kleinste vorgegebenen Schema. Wie es für akademische Veröffentlichungen eben üblich ist ;-)

Ein Porträtfoto oder -gemälde habe ich trotz intensiver Suche online und zahlreichen Korrespondenzen mit Bibliotheken und Archiven leider nicht gefunden. Dafür stieß ich auf viele, sehr viele mir noch unbekannte Werke von Luise Reinhardt und auf andere interessante Details, so in letzter Minute, kurz vor Abgabeschluss des Manuskripts, noch auf die Vornamen, sogar den Geburtsnamen und die ungefähren Lebensdaten von Luises Mutter, Elisabeth Dorothee Luise, geb. Nieper (um 1786-1836).
Mich stört es immer, wenn Frauen als „Tochter von [hier Name des Vaters]“ beschrieben werden, als wären Töchter berühmter Männer mutterlos aus einem Ei gesprungen.

Die Arbeit hat mir trotz der langen Nächte Spaß gemacht, und wieder einmal habe ich gestaunt, wie produktiv viele Schriftstellerinnen im 19. Jahrhundert gewesen sind. Ganz ohne Computer, oft auch noch ohne Schreibmaschine.
Wenn ich im Buch die vier klein(!)gedruckten Spalten der Literatur und Sekundärliteratur sehe, die meinem zweiseitigen Lexikonbeitrag folgen, staune ich allerdings auch. Über mich ;-)

Als das Belegexemplar des Lexikons bei mir eintraf – mein bisher schwerstes! – verlor ich mich gleich in vielen der geschilderten Lebensgeschichten. Manche über Frauen, die mir dem Namen nach bekannt waren, andere über mir Unbekannte, deren Lebenswege und Leistungen sich spannend lasen.
Ein Band zum Stöbern also, der inzwischen sicher in vielen Stadtbüchereien und Universitätsbibliotheken vorhanden ist.
Mein Beitrag findet sich auf den Seiten 362-366 des Lexikons.
Als Appetithappen hier mein ursprünglicher Blog-Artikel.

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Über Gesine Schulz

Schriftstellerin / Writer
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