Paulchen, Felicité und Ännchen

„Sicher kennen Sie das Märchen von Dornröschen. Hätte die Schlingrose ‚Paul’s Himalayan Musk Rambler‘ das Schloss umgeben, würde sich der Prinz heute noch vergeblich abmühen.“

Davon war Rosenliebhaberin und Krimiautorin Andrea C. Busch überzeugt.
In ihrem Beitrag in Kriminell gute Garten-Tipps geht es um Paulchen, Felicité und Ännchen, wie sie ihre Lieblingsrosen freundschaftlich nannte.

Autorin Andrea C. Busch

Foto: Thomas Gelfort

„Paulchen ist Jahrgang 1906 und blüht einmal im Jahr in üppigen, zart duftenden Büscheln. Die Blüten sind klein, rosettenförmig und hell-lilarosa; die Farbe kann je nach Boden variieren. Seine langen Triebe tragen mattgrünes Laub und Stacheln mit kleinen Widerhaken. Die Triebe wachsen unter guten Bedingungen fünf bis sechs Meter im Jahr.“

Wenn Sie ein Gebäude, ein Spalier oder einen Baum sehr rasch mit Rosen verschönern wollen: folgen Sie Andreas Empfehlung in Kriminell gute Garten-Tipps und lassen Paulchen klettern und ranken.

Neben Paulchen gehörten Felicité und Ännchen zu ihren Lieblingsrosen.

„‚Felicité et Perpétue‘ wurde 1882 eingeführt. Sie ist nicht ganz so wuchsfreudig wie Paulchen, aber drei Meter im Jahr schafft sie spielend. Ihre Blüten sind je nach Bodenbeschaffenheit milchig-weiß bis zartrosa. Die kleinen, rosettenartig gefüllten Blüten stehen in großen, üppigen Dolden und duften leicht. Das Laub ist mattgrün, die Triebe tragen viele spitze Stacheln.

‚Ännchen von Tharau‘, Jahrgang 1826, gehört zu den heimlichen Stars der alten Kletterrosen. Nicht viele Rosenschulen haben diese zauberhafte Schönheit im Programm. Ihre zentifolienartig gefüllten Blüten sind cremeweiß mit einem Hauch lila in der Mitte, und ihr Duft ist atemberaubend. Die langen weichen Triebe tragen graugrünes Laub und Stacheln mit starken Widerhaken. Empfehlenswert ist, die Blüten nach dem Verblühen abzuschneiden, da sie braun und unansehnlich werden.

Paulchen, Felicité und Ännchen sind sogenannte Ramblerrosen oder Schlingrosen –, weichtriebige Kletterrosen, die eine solide Kletterhilfe oder einen Baum brauchen, an denen sie hochranken können. Sie schaffen es problemlos bis in zehn Meter Höhe. Sie blühen am alten Holz, also an den Trieben des vorherigen Jahres. Wenn Sie diese Rosen zurückschneiden wollen, tun Sie es direkt nach der Blüte. Dann haben sie genug Zeit, neue Triebe zu bilden, an denen sie im nächsten Jahr blühen können. Alle drei sind frosthart.“

Ich danke der Mutter und der Schwester von Andrea, dass sie ihren Beitrag für das Benefiz-E-Book honorarfrei zur Verfügung gestellt haben. Andrea, die (nicht nur ihre) Katzen liebte, hätte sicher gerne mitgemacht bei diesem Benefiz-Buch, dessen Erlös Tierhilfe-Projekten zufließen wird.

Andrea C. Busch (1963–2008) war Autorin, Übersetzerin und Herausgeberin zahlreicher Krimi-Anthologien. Außerdem hat sie im Fachbereich Biologie der TU Darmstadt gearbeitet.
Sie war Mitglied in den Netzwerken BücherFrauen, Syndikat und Sisters in Crime (heute: Mörderische Schwestern); von 1997 bis 2001 war sie Vizepräsidentin der deutschen Sektion der Sisters in Crime. Sie war auch Mitarbeiterin bei FemBio und dem Darmstädter Frauenmagazin MATHILDE.

Zurück in den Garten:
In jungen Jahren bewahrte ein starker Heuschnupfen Andrea vor Rasenmähen und anderen Zwangsarbeiten im elterlichen Garten und erlaubte ihr die intensive Beschäftigung mit Büchern und Musik.
Damals schrieb sie ihre ersten, noch unblutigen Geschichten. Zum Krimischreiben inspirierte sie Reinhard Meys Lied Der Mörder ist immer der Gärtner.

Ihre Leidenschaft für Gärten und insbesondere für Rosen erwachte in den 1990er Jahren, als sie mehrere Gartenbücher übersetzte, eine Heilpraktikerin ihren Heuschnupfen mit Akupunktur vertrieb und sie mit Mann und zwei Katzen in ein Haus mit kleinem Garten einzog. Am liebsten „mordete“ sie im Garten unterm Mirabellenbaum.

Ihre humorvollen, zuvor in zahlreichen Anthologien erschienenen Kurzkrimis wurden posthum von ihrer guten Freundin und häufigen Mit-Herausgeberin Almuth Heuner in einem Band veröffentlicht:
Manchmal hilft nur Mord: Kriminelle Geschichten aus Hessen und dem Rest der Welt (BoD).

Andrea C. Busch: "Manchmal hilft nur Mord: Kriminelle Geschichten aus Hessen und dem Rest der Welt"

Mord im Grünen – 20 Krimis mit vielen Gartentipps war eines der Bücher, die beide gemeinsam beim Gerstenberg-Verlag herausgegeben haben.

Mord stinkt zum Himmel blieb der einzige Kriminalroman, den Andrea C. Busch veröffentlicht hat. Sie arbeitete an einem neuen Roman, der durch ihren plötzlichen Tod unvollendet blieb.
In Mord stinkt zum Himmel (Econ-Verlag) geht es um merkwürdige Ereignisse rund um ein Klärwerk. Übersetzerin Katharina und ihre Freundin, Kommissarin Ina Dehler, gehen den Vorfällen auf den Grund und stoßen auf einen Bauskandal von gigantischem Ausmaß.

„Liebe Gesine, nach dieser Lektüre wirst Du Kläranlagen mit ganz anderen Augen betrachten!“

schrieb Andrea mir prophetisch in mein Exemplar. Den Tintenklecks, der sich auf dem Vorsatzblatt ungebeten niedergelassen hatte, erklärte sie kurzerhand mit einem Zusatz zu blauem Blut 😉

Ina Dehler ermittelt auch in dem Kurzkrimi Der Rosenkrieg, nachdem sie auf Darmstadts Rosenhöhe eine Leiche findet. Nachzulesen in
Manchmal hilft nur Mord: Kriminelle Geschichten aus Hessen und dem Rest der Welt.

Im Darmstädter Frauenmagazin MATHILDE (Heft 47 4/2000) kann man ein Interview nachlesen, das Gabriele Merziger mit der Autorin führte. Es geht ums Schreiben, ihren Weg zum Veröffentlichen und die Sisters in Crime.

Die Homepage von Andrea C. Busch http://www.andreacbusch.de ist im Internet Archive erhalten und lädt zum Stöbern ein.

Eine Leserin von Kriminell gute Garten-Tipps schrieb mir:

„Und danach las ich mich fest in den Websites, besonders in der von Andrea C. Busch: Die Website ist selbst schon wie ein Novellenband; was sie allein übers Schreiben schreibt!“

Andreas Website über berühmte Sportlerinnen aller Zeiten ist im Internet Archive leider nicht vorhanden. Einen Eindruck von ihrem Projekt erhält man auf dieser Unterseite dort. (Aber den Link am Ende lieber nicht anklicken. Die Domain wurde inzwischen von einer pornogr.Seite übernommen.)

Kriminell gute Garten-Tipps. Hrsg. von Gesine Schulz

Eine Foto-Galerie beinahe aller Autorinnen und Autoren hier.

Das E-Book ist u. a. über folgende Shops lieferbar:
ePub:
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Über Gesine Schulz

Schriftstellerin mit Vorliebe für Krimis, Gärten, Katzen, Irland, England… – BÜCHER & eBOOKS: "Eine Tüte grüner Wind - Sommerferien in Irland" • "Darcy – Der Glückskater im Buchladen" • Kurzkrimis über die Fälle der Privatdetektivin & Putzfrau Karo Rutkowsky • Kurzgeschichten sowie die Kinderkrimiserie "Privatdetektivin Billie Pinkernell". WEBSITES www.gesineschulz.com & http://www.billie-pinkernell.de
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8 Antworten zu Paulchen, Felicité und Ännchen

  1. kramlovskytrixi schreibt:

    Ach wie schön, dass du an Andrea erinnerst. Ich habe grad erst wieder in ihren witzigen Krimis geschwelgt, in denen sie so wunderbar hinterfotzig Machenschaften entblätterte. Und ihre Rosenliebhaberei ruhte auf fundiertem Wissen.

    • Gesine Schulz schreibt:

      „Entblättert“ trifft es 😉
      Ein paar kleine Gartenfotos finden sich ja auf Andreas Website im Internet Archive, wo man auch erfährt, dass sie selbst mit der royalen Rose ‚Queen Elizabeth‘ auf Du und Du war:
      „Ich weigere mich allerdings, sie mit ‚Her Majesty‘ anzusprechen und nenne sie lieber ‚Lisbeth‘. Sie scheint es nicht weiter tragisch zu finden.“ http://dld.bz/dSXVF

  2. Fenna Williams schreibt:

    Vielen Dank für die schöne Erinnerung! Ich werde den Link sofort an andere aus unserer (Rhein-Main)-Gegend verteilen, die sie und ihre Geschichten in guter Erinnerung haben!

  3. sabine bohnet schreibt:

    Gesine, vielen lieben Dank für diese schöne Erinnerung. Ich habe erst gestern mit Erschrecken festgestellt das ein weiterer Jahresring dazugekommen ist. Wenn ich Andreas Geschichten lese höre ich auch ihre Stimme und erinnere mich an die wunderbaren Stunden und die letzten Treffen.

  4. Gesine Schulz schreibt:

    Ja, so geht es mir auch.
    Und möglicherweise sind andere durch unsere Erinnerungen neugierig auf Andreas Krimis geworden. Jedenfalls meldet Amazon heute für „Manchmal hilft nur Mord“: Nur noch 1 auf Lager (mehr ist unterwegs) http://dld.bz/dSXZU

  5. Barbara von Saldern schreibt:

    Hallo Gesine,
    vor einigen Wochen fand ich im Internet „zufällig“ die Information, dass Andrea bereits seit 2008 verstorben ist. Das lässt mich seitdem nicht mehr los. Wir lernten uns 1989 in Dänemark kennen, als Andrea mit Bernhard, dem „Klärwerker“ und einer Waarship unterwegs war. Die beiden schafften einen Bausatz für ein solches Boot an und sowohl das Projekt als auch die Beziehung überlebten nicht (aber das Buch Mord stinkt zum Himmel). Wir zwei Frauen pflegten noch einige Jahre eine Brieffreundschaft, deren Ende m.E. eher von mir verursacht würde, trotzdem habe ich die Veröffentlichung vieler ihrer Bücher verfolgt und auch einmal ihre Homepage besucht. Dass das schon ein paar Jahre her ist, verdeutlichte meine nur zufällig veranlasste Internetrecherche. Ich lernte eine nette Frau kennen, die Niederländisch übersetzt und Andrea nicht kennt. Dies wollte ich einfach nicht glauben, und die Erklärung ist letztendlich viel zu menschlich …
    P.S. Ich weiß nicht, inwieweit eigentlich ihre Liebe zum Segeln bekannt war bzw erhalten blieb.

    • Doris Almenara schreibt:

      Morgenfrüh gönne ich mir als erstes die Website von Andrea C. Busch, was mich da so alles erwartet, zum Glück noch möglich.
      Doris Almenara

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