Noch grüne Tomaten im Garten?

Oder auf dem Balkon, wie ich? Ein paar blassrote liegen bei mir auf einer Fensterbank, zum Nachreifen, wie ich irgendwann irgendwo gelesen habe. Die grünen baumeln auf dem Balkon von gebogenen Stengeln; trotz des herrlichen Herbstwetters schwindet meine Hoffnung, dass sie in der Oktobersonne noch reifen werden.

Im Hinterkopf weiß ich, dass es Rezepte für grüne Tomaten geben soll. Danach gesucht habe ich bisher nicht. Wahrscheinlich, weil es mir nicht sonderlich appetitlich klingt. Grüne Tomaten. Außerdem, sind die nicht giftig? Ähnlich wie grüne Stellen an Kartoffeln? Rezept für einen Krimi?

Was mich daran erinnert, dass ich mir den Film Grüne Tomaten mal wieder ansehen könnte. Oder das gleichnamige Buch von Fannie Flagg lesen. Weniger wegen des Rezepts für grüne Tomaten, das in der Geschichte vermutlich eine Rolle spielt, sondern wegen der wunderbaren Geschichte. Die nicht ohne Krimi-Elemente ist.

Aber nun. Jemand mit Garten und einem in diesem Jahr besonders üppigen Tomaten-Ertrag verriet mir, wie er seine Mengen grüner Tomaten in kurzer Zeit tief erröten ließ: im Backofen, im kalten. Tomaten auf den Rost legen. Klappe zu. Ein paar Tage Geduld, und wie durch Zauberei sind sie reif und rot.

Allerdings: Vorsicht beim Öffnen der Ofentür. Unter den Gasen, die Tomaten ausströmen, um miteinander zu reifen, sind auch schwefelhaltige. Und Schwefel … genau. Also Abstand halten, während die Wolke entweicht.

Giftig seien die Gase nicht, versicherte mir der Tomaten-Garten-Besitzer auf meine hoffnungsfrohe Frage. Er ist Arzt („Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin“) und hatte sich schon bei seinem Nachbarn, dem Chemiker, erkundigt.

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Über Gesine Schulz

Schriftstellerin / Writer
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