Inspirierendes Wasser aus Irland importiert :-)

Nein, ich rede nicht von Whiskey (auf Irisch uisce beatha, „Wasser des Lebens“), sondern von Wasser, das aus einer der vielen Heiligen Quellen Irlands sprudelt. Oft sind Holy Wells Heiligen gewidmet – der Well of the Poets aber Dichtern, also Schreibenden.

Die Hoffnung liegt daher nah, dass aus dieser Quelle geschöpftes Wasser auf Autorinnen und Autoren inspirierend wirken könnte. Es ist jedenfalls ein verlockender Gedanke.

Als ich befreundeten Schriftstellerinnen und Schriftstellern erzählte, dass ich die Quelle während meines nächsten Irlandaufenthalts wieder aufsuchen wollte, baten mich einige, ihnen von meinem Ausflug Wasser mitzubringen: Zur Inspiration – vor Schreibbeginn ein paar Tropfen auf die Schläfen getupft? Oder in der Hoffnung, damit eine drohende Schreibblockade abzuwenden? Als Glücksbringer für das aktuelle Schreibvorhaben? Oder … oder…?

Der Well of the Poets (irisch: Tobar na duanaree), auch Poet’s Well genannt, liegt im Südwesten Irlands unweit von Kilcrohane auf der Mintervary-Halbinsel. Hier florierte im Mittelalter, ab dem zehnten Jahrhundert, eine berühmte Bardenschule, deren Ruine noch steht. Der berühmteste Absolvent war der Satiriker Aengus O’Daly.

Ob die Bardenlehrlinge während ihrer mehrjährigen Ausbildungszeit täglich hoch zur Dichterquelle getrabt sind, um daraus mit dem Wasser auch Inspiration zu schöpfen? Oder nur an Festtagen? Waren mit dem Besuch wie an anderen Quellen Rituale verbunden? Und, was mich noch mehr interessiert:

Waren auch werdende Bardinnen darunter? Möglich wär’s. Denn auch Frauen übten diesen damals hochangesehenen Beruf aus. Eine von ihnen war Úallach ingen Muinecháin. Die Dichterin bekleidete von 931 bis zu ihrem Tod im Jahr 934 das Amt einer Ollamh Érenn, das ranghöchste dieser Art. Vom Status her war Úallach dem Hochkönig gleichgestellt. Zu den Privilegien gehörte anscheinend, dass eine irische Meisterpoetin wie Úallach oder ein Hofdichter sich mit einem Gefolge von vierundzwanzig Leuten auf Vortragsreisen begeben konnte – zu Pferde, vermute ich. Welch ein Bild!

Ins Heute übertragen … Würde eine bundesdeutsche Parlamentspoetin oder ein -poet (über den Vorschlag, solch eine Position einzurichten, wird ja gerade heftig diskutiert) – würde also die amtierende Dichterin oder der Dichter auf einer Lesereise an andere Höfe bzw. Landesparlamente von einer vierundzwanzigköpfigen Motorradstaffel begleitet? Oder, viel besser: Alle, samt Poetin, rollen auf wimpelgeschmückten Fahrrädern durch die Republik und können sich – wie damals Úallach – sicher sein, am nächsten Stopp herzlich und in Ehren willkommen geheißen zu werden:-)

Doch zurück auf die Halbinsel mit den verwirrend vielen Schreibweisen.

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Da kommt es, das neue Jahr

Mit dieser heiteren Illustration von Elna Marianne Reiff grüßte ich auf Instagram zum Neuen Jahr.

Elna Marianne Reiff illustrierte die 1964 erschienene Buchgemenschafts-Ausgabe des Romans „Ein gewisser Herr Ypsilon – Die Geschichte eines schönen Bedauerns“ von Barbara Noack, auf den ich im Herbst ausgerechnet in Irland gestoßen war.

Den heiter-melancholischen Liebesroman, wohl Ende der 1950er Jahre geschrieben, durchweht die Atmosphäre der Nachkriegszeit in Berlin und der jungen BRD. Wirtschaftswunderjahre.

Barbara Noack (*1924), Bestseller-Autorin der 1960er und -70er Jahre war mir ein Begriff – doch wer war Elna Marianne Reiff, deren Bilder mir so gut gefielen? Welche Bücher, Buchcover hatte sie noch illustriert? Eine kurze Recherche und alle Heiterkeit verflog.

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Der allerbeste Baum: Kurzhörspiel

Lächelndes Gesicht mit lächelnden Augen

Ich freue mich! Der WDR hat mein erstes Hörspiel produziert.

Der allerbeste Baum

Jule ist sauer. Wieder darf sie im Weihnachtsstück kein Engel sein. Letztes Jahr spielte sie das Hinterteil des Esels. Diesmal soll sie als Pausen-Baum auf der Bühne rumstehen. Nach einem Gespräch mit ihrem Opa hat Jule aber eine Idee …

Für Menschen ab 6 bis mindestens 99

Das Kurzhörspiel ist 10 Minuten und drei Sekunden lang, wird Heiligabend 2021 gesendet und ist außerdem ein Jahr online zu hören. Klick: https://kinder.wdr.de/radio/diemaus/audio/maushoerspiel/audio-der-allerbeste-baum-100.html

„Eine Mutmachgeschichte voller kindlicher Kreativität und einer ganz besonderen Protagonistin“, meinte Leserin Leschen bei LovelyBooks.

Weihnachtsbaum

Weihnachtsbaum

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Der Freitagsmarkt in Bantry

↬ See English text at the end of this post.

Ich bin ein wenig süchtig nach dem Markt in Bantry. Er findet jeden Freitag statt, und wenn ich in West Cork bin, muss ich dem Bantry Market einfach jede Woche einen Besuch abstatten. Am ersten Freitag eines Monats ist er besonders groß – eine Mischung aus Wochenmarkt und verführerischem Flohmarkt.

Im Angebot sind Lebensmittel aus der Region, Schrauben, Gummistiefel, altes Geschirr, junge Hühner und Gänse, Bücher und vieles mehr. Man trifft auf Bekannte, kostet Käse oder Brot, feilscht zu beiderseitigem Vergnügen mit einem Trödel-Verkäufer um den Preis, lauscht Trommlern oder einer musikalischen Familie.

Immer wieder werde ich von Leserinnen und Lesern der Tüte grüner Wind gefragt, wie es mit Lucy weitergeht, ob ich nicht eine Fortsetzung schreiben könnte. Vielleicht wäre ja eine kurze Erzählung eine Lösung?

Denn vor wenigen Wochen wehte mich beim Bummeln über den Markt eine Idee an. Eine Idee für eine Kurzgeschichte.

Ob was draus wird, weiß ich noch nicht. Aber … was wäre, dachte ich, wenn Lucy und Grania ein paar Jahre nach den Geschehnissen in Eine Tüte grüner Wind über diesen Markt in Banty schlendern würden … Lucy ist mit dem Bus aus Cork angekommen. Grania holt die Freundin ab.

Und dann? Mal sehen.

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I admit, I am a bit addicted to Bantry Market.

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Ein Leseritual im Herbst :-)

↬ See English text at the end of the post

Mit elf Jahren habe sie Eine Tüte grüner Wind das erste Mal gelesen, und seitdem lese sie das Buch in jedem Herbst wieder, schreibt die Buchbloggerin sophiesbooks__ bei Instagram.

„Ich empfehle das Buch jedem, der ein ganz locker geschriebenes Wohlfühlbuch mit Herbststimmung lesen will.“

„Es ist ein super herbstlich und ganz locker geschrieben kein großes Drama etc. ich bin echt froh das ich dieses schöne Buch lesen konnte, denn es ist bei mir zu einer Tradition geworden es in jedem Herbst zu lesen.“

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Unlike the Lilies. By Lola Gruenthal

While looking through some papers, I came across a letter from my friend Lola Gruenthal in which she sent me – in addition to New York news, gentle gossip and everyday observations – three recent poems. Unlike the Lilies is one of them. Immediately I see her flat on the Upper West Side in my mind’s eye. The mouse I never met; she was a tolerated lodger for a quite some time.

Lola Gruenthal

Unlike the Lilies

When invisible moths
surprise you with neat
tiny designs
in your favorite wool
dresses, sweaters and scarves –
when cockroaches challenge you
to play hide-and-seek,
undeterred by your efforts
to kill them
with your own hands,
inside one-way-motels
or by more professional means –
when the single mouse,
a long-time trusted companion,
undemanding and shy,
suddenly turns against you
and starts entertaining
guests of her own
who, with undisguised
self-serving intentions,
will stick their noses and tails
into your personal business,
with your wastepaper basket
as their center of operations,
inspect your unfinished letters,
poems and overdue bills,
stamping them with their feet –
you know
they have taken over your life
and left you outside,
too terrified
to advance or retreat.


© Lola Gruenthal 1995

Lola Gruenthal was a poet, translator (mostly of Emily Dickinson’s poems and letters), psychologist, also a wonderful yoga teacher. The German edition of my novel The Greenest Wind – A Summer in Ireland begins with Lola’s translation of Dickinson’s poem Autumn overlooked my Knitting (published in Guten Morgen, Mitternacht by Emily Dickinson, Diogenes Verlag).

Beim Durchsehen älterer Papiere

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Rezensionsexemplar zu vergeben

Ferienlektüre gesucht? Wie wär’s mit „The Greenest Wind – A Summer in Ireland“ als Taschenbuch mit Vokabelhilfen?

LizzyNet, das Onlinemagazin für Mädchen und junge Frauen, vergibt ein Rezensionsexsemplar.

Du willst dieses Buch besprechen? Dann schreib schnell eine E-Mail an redaktion[at]lizzynet.de – Post-Adresse nicht vergessen!!!

Gesine Schulz: The Greenest Wind – Eine Tüte grüner Wind (englische Ausgabe): Die schönste Geschichte über Freundschaft, Ferien und eine Reise nach Irland. Übersetzt von Rebecca Heier. Hamburg: Carlsen Verlag, 2021. 173 S. ISBN 978-3-551-31883-1

Wer das Rezensionsexemplar nicht erwischt oder nicht zur Zielgruppe von LizzyNet gehört, kann das Buch natürlich auch kaufen (und gerne woanders besprechen). Es ist über jede Buchhandlung erhältlich und auch bei

buch7.de (spendet für jeden Kauf des Buchs ca. 0,28 € – 0,52 € für einen guten Zweck!)

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The Greenest Wind nun auch als Taschenbuch!

Mit Vokabelhilfen für alle, die beim Lesen des englischen Texts ab und zu ein Wort nicht kennen.

Vor Corona hätte ich die Veröffentlichung mit ein paar lieben Leuten gefeiert – jetzt freuen sie sich aus der Ferne mit, und ich stoße mit mir selbst an. Mit irischem Tee.

Anders als die deutschsprachige Ausgabe ist The Greenest Wind in Kapitel aufgeteilt. Manchen Leserinnen und Lesern haben die ja gefehlt.

Einer hat sich mal bei mir beklagt, dass er das Buch deswegen Abends im Bett bis zum Ende durchgelesen hat, weil ihn kein neues Kapitel stoppte. Am nächsten Morgen kam er müde ins Büro. Was anscheinend meine Schuld war ;-)

Gesine Schulz: The Greenest Wind – Eine Tüte grüner Wind (englische Ausgabe): Die schönste Geschichte über Freundschaft, Ferien und eine Reise nach Irland. Übersetzt von Rebecca Heier. Hamburg: Carlsen Verlag, 2021. 173 S. ISBN 978-3-551-31883-1

Das Buch ist über jede Buchhandlung erhältlich und auch bei

buch7.de (spendet für jeden Kauf des Buchs ca. 0,28 € – 0,52 € für einen guten Zweck!)

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„Schriftstellern ist eine Art Halbtrance“

Adrienne Mans’ erster Kriminalroman An den Ufern der Nacht wurde 1965 in der Illustrierten Stern als Fortsetzungsroman veröffentlicht.

Merkwürdigerweise erschien der Roman als Buch nie auf Deutsch, wohl aber auf Englisch, Niederländisch und Schwedisch.

Mehr über die 1918 in Batavia geborene Autorin in meinem KrimiFrauenLexikon.

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Tra-raa …!

Wieder ein Grund zur Freude:

Die 25. Auflage meiner Tüte grüner Wind ist erschienen! Die fünfundzwanzigste …

Ich staune. Und danke allen, die das Buch gelesen, gemocht und weiterempfohlen haben – oder verschenkt, verliehen – in der Schule als Lieblingsbuch vorgestellt – Rezensionen geschrieben – irgendwo etwas über die „Tüte“ gepostet haben.

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